6.Dezember 2012 in Griechenland

Am vierten Jahrestag der Ermordung von Alexis zeigten erneut viele Menschen Wut und Trauer, wie auch schon in den Vorjahren.

Athen
Kurz nach Mitternacht wurde die ständige Präsenz der Polizei in der Bouboulinas Straße in Exarchia mit Molotow Cocktails und Steinen angegriffen. In anderen Stadtteilen wurden mehrere ATMs beschädigt.
In der Olympia Street in Kifissia wurden die Autos des ehemaligen Finanzministers Yannis Papantoniou vor dessen Villa angezündet. Ein Bekennerschreiben nimmt Bezug auf die Ermordung von Alexis.

Bei der Schülerdemo gegen Mittag wurde ein Bekleidungsgeschäft geplündert und ein Geldtransporter angezündet. Danach kleinerer Scharmützel mit der Polizei in Exarchia, Zerstörung von Luxusautos und ein Fast Food Shop einer Kette wurde zur kostenlosen Versorgung der Protestierenden genötigt.

Die Kundgebung von linken und kommunistischen Gruppen am Abend wurde noch vor dem Beginn einer antiautoritären Demo von DELTA Bullen angegriffen. Als Grund wurde eine Aktion gegen Zivis genannt.

Die Demonstration wurde daraufhin von einem erdrückenden Polizeispalier begleitet. Beim Eintreffen der Demo in Exarchia gegen 19:30 versuchte die MAT strategische Punkte im Viertel zu besetzen. Daraus entwickelte sich eine dreistündige Straßenschlacht. Die BewohnerInnen bedienten sich Guerillataktiken, die Polizei verschoß auch Granaten mit Gewehren auf Kopfhöhe, woduch es zu schweren Verletzungen kam.

Αυτή η νύχτα είναι του Αλέξη 6 Δεκεμβρίου 2012 from Social-Revolution on Vimeo.

Es wurden 78 Festnahmen gemeldet, von denen 15 Leute einem Richter vorgeführt werden. 35 Beamte sollen schwerer verletzt worden sein. Die Presse beklagt Angriffe auf Fotografen, die mit der Polizei zusammenarbeiten

Thessaloniki
Hier kam es zu kleineren Zusammenstößen mit der Polizei.

Volos
Auch hier Molotows gegen Bullen

Etwa 350 SchülerInnen hielten in Agrinio eine Demonstration in Gedenken an Alexis Grigoropoulos ab, der am 6. Dezember 2008 von Bullen erschossen wurde.

Als die Antirepressionsdemo das Rathaus erreichte, griffen die Jugendlichen das Team der DIAS-Motorradpolizei an, das das Gebäude bewachte. Mollis und Steine flogen auf den verängstigten Polizeimob, der sich hinter einem Kiosk versteckte.

Kurz darauf kämpften SchülerInnen in dem Gebiet Syntrivani (Brunnen) gegen Bullen von der OPKE Gruppe für Kriminalitätsprävention- und Unterdrückung. Auf dem Dimadi Platz kam es zu Frontalzusammenstößen zwischen DemonstrantInnen und Antiriot-Mannschaften, als die Polizei versuchte, den Platz zu umstellen.

Die Bullen zögerten nicht, den städtischen Markt und mehrere kommerzielle Läden mit Tränengas zu beschießen und ernteten dafür wüste Beschimpfungen von Zuschauenden. Wir wollen auch darauf hinweisen, dass als ein Polizist seine Waffe auf SchülerInnen richtete, er von PassantInnen ausgebuht wurde.

Zwei spitzelnde ReporterInnen versuchten sich an die Demo anzuschleichen, um Videonahaufnahmen zu machen, bekamen aber vor Ort eine Abreibung von den Protestierenden. Das Fahrzeug des Bürgermeisters wurde auch angegriffen.

Auch in vielen anderen Städten kam es zu Demonstrationen. In der Stadt Kalamata wurde diese von Chrisi Avgi Nazis gestört.
Bei Tumulten in Rhodos wurden sechs Menschen festgenommen, die an die Ermordung von Alexis erinnerten.
In Patras wurden Steine auf Bullen geworfen.